Lenovo Yoga Tablet 2-10



Lenovo Yoga Tablet 2-10

Das Lenovo Yoga Tablet 2 ist eher praktisch als schön. Aber dank Top-Display und langer Akkulaufzeit auch einfach sehr, sehr gut.

Mit dem Yoga-Design hat Lenovo eine Erfolgsformel gefunden: Die Tablets mit der wulstartigen Verdickung an der Seite sehen nicht nur völlig anders aus als andere Tablets. Die Gehäuseform bringt auch praktische Vorteile: Das Tablet hat einen eingebauten Standfuß, mit dem es sich optimal zum Tippen oder zum Filmeschauen hinstellen lässt, ohne dass Sie dafür Zubehör benötigen. Und dort hat ein größerer Akku Platz als in den meisten anderen Tablets.

Gehäuse

Folgt man der Ausrichtung der Aufkleber, befindet sich unten der auffällige Tubus mit dem Stand-Gelenk, der laut Lenovo mehr Platz für den Akku und mehr Volumen für die dort außen angebrachten, nach vorne abstrahlenden Speaker bietet. Der Fuß selbst besteht offenbar aus Aluminium, das restliche Gehäuse überwiegend aus Kunststoff. Damit sich beim Halten hinten eine plane Fläche ergibt, ist eine Aussparung in die Rückseite eingelassen, die einigermaßen sauber mit dem eingeklappten Fuß abschließt. In diesem Zustand ergibt sich der Hold-Modus, in dem es sich anbietet, das Gerät am Wulst zu halten. Klappt man den Fuß aus, rastet er bei etwa 90 ° ein (Stand-Modus). Man kann das Yoga dann entweder aufstellen, sodass der Bildschirm nahezu aufrecht steht, was sich sehr gut für Präsentationen, den Betrieb als Bilderrahmen oder das Anschauen von Filmen eignet. Alternativ ergibt sich beim Hinlegen ein flacher Winkel von vielleicht 25 ° zum Tisch. Mit eingeklapptem Fuß ist der Winkel noch kleiner (Tilt-Modus), Eingaben etwa über die virtuelle Tastatur werden so optimal unterstützt. Zumindest witzig finden wir die Idee, dass man das Tablet auch beispielsweise an einem Nagel aufhängen kann (Hang-Modus). Dazu klappt man den Stand auf knapp 180 ° aus und nutzt die vorhandene Öffnung. Das Handling des satt einrastenden Fußes hat Lenovo optimal gelöst, man braucht nur an dem Tubus zu drehen, der übrigens an einer Seite auch den On/Off-Schalter beherbergt.

Verarbeitungsmängel wie unregelmäßige Spaltmaße konnten wir nicht feststellen. Das Gehäuse lässt sich mit recht wenig Kraft leicht verwinden, ohne dabei Geräusche von sich zu geben. Leider liegt die Rückseite nicht immer und überall plan auf dem Innenleben auf; das sich eventuell aufgrund nicht optimaler Verklebung ergebende und teilweise mit Knackgeräuschen einhergehende Spiel hinterlässt einen etwas unsoliden Eindruck. Insgesamt überzeugt uns das Design durch eine klare Linienführung, schlichte Eleganz und hochwertig wirkende, matt silbern schimmernde Oberflächen. In Schwarz ist nur der mittelgroße Bezel gehalten.

Design

In Sachen Design hat sich beim Lenovo Yoga 2 10 mit Windows gegenüber den Modellen der ersten Generation nicht sonderlich viel verändert. Es gibt weiterhin den charakteristischen Wulst am unteren Ende, der nicht nur den riesigen Akku enthält, sondern auch als Aufnahme für den anders als der Rest des Gehäuses aus Aluminium gefertigten Klappständer dient. Der Ständer kann nun in zwei festen Stufen ausgeklappt werden, so dass er dank eines ebenfalls neuen Lochs auch zum Aufhängen des Tablets verwendet werden kann. Diese minimale Veränderung macht das Tablet noch etwas vielseitiger als bisher. Grundsätzlich kann man den Ständer aber auch in beliebigen Zwischenstufen ausklappen, denn er hält auch dann, wenn er nicht in einer der vordefinierten Stufen einrastet. Das Konzept ist im Grunde genial, denn der Wulst sorgt dafür, dass man das Tablet gut halten kann beim Transport oder Ablesen von Inhalten im Porträtmodus. Gleichzeitig verleit die Position des Akkus dem Gerät zusätzliche Standfestigkeit, so dass das Tablet in erstaunlich stark geneigten Winkeln aufgestellt werden kann, ohne nach hinten überzukippen.

Die Rückseite ist matt und hat eine leicht strukturierte Oberfläche, so dass Fingerabdrücke recht zuverlässig ferngehalten werden. Das Yoga 2 10 mit Windows ist nicht vollständig verwindungssteif, doch letztlich ist die Stabilität groß genug, um Schäden zu verhindern. Das Gerät steht auf Tischen sehr stabil und kann so auch mit den Fingern bedient werden. Das mitgelieferte Bluetooth-Keyboard hat am oberen Rand eine flexibel befestigte Aufnahme für das untere Ende des Tablets, die mit Magneten anhaftet. Die Verbindung hält im Normalfall gut, weil das ganze jedoch verschoben werden kann, ergeben sich daraus Vor- und Nachteile. Einerseits kann die Tastatur so auf Wunsch auch leicht angewinkelt werden, während andererseits manchmal nachjustiert werden muss, damit das Keyboard vollständig auf dem Tisch aufliegt.

Software

Im Auslieferungszustand ist eine von Lenovo angepasste Version von Android 4.4.2 KitKat installiert. Während des Tests wurde ein Update angeboten, das Änderungen nach sich ziehen kann, es aber bei 4.4.2 belässt. Die auffälligste Abweichung von Vanilla Android ist das Fehlen eines App-Drawers, stattdessen setzt der Hersteller ähnlich wie z. B. Huawei beim neuen 6-Zöller Ascend Mate 7 ganz auf Ordner. Das recht konventionell gehaltene Schnelleinstellungsmenü wird von unten aufgezogen und bietet einige Extra-Shortcuts etwa zur Kamera oder Lenovo Smart Switch, das die automatische Steuerung der Farbdarstellung und des Dolby Presets in den verschiedenen Modi wie Stand oder Hold erlaubt. Lenovo installiert einige sogenannte DOit Apps vor, eine Übersicht kann man sich auf den Screenshots unter diesem Absatz ansehen.

Für die Sicherheit ist hier eine App namens Security HD zuständig, für Office-Aufgaben kann man auf Kingsoft Office zurückgreifen. Die gute Navi-Software Route 66 ist nur eine begrenze Zeit gratis nutzbar. Als nützlich könnte sich noch SHAREit erweisen, über das man Daten per WiFi Direct zwischen verschiedenen Gadgets austauschen kann. Aber auch hier gilt, dass es im Play Store jede Menge kostenfreie Alternativen gibt. Prima: Facebook und Twitter ließen sich ebenso wie einige sonstige vorinstallierte Apps komplett deinstallieren. Über das Benachrichtigungs-Center lassen sich u. a. Benachrichtigungen deaktivieren und priorisieren, was die meisten Nutzer sicherlich dankbar annehmen werden. Neue Apps werden praktischerweise markiert.

Wenn ich bitten darf, das Lenovo Yoga Tablet 2-10